Die alte Sparkasse

Einen Namen für das Kapitel des Geschäftshauses am Spitzen der Adler- und der Hauptstraße zu finden, ist nicht ganz einfach. Denn die Geschichte dieses Hauses ist die Geschichte vielfältigen Nutzungswandels. Über mehr als 200 Jahre beherbergte es Wirtshaus, Sparkasse und Bekleidungsgeschäfte.
Erstmals findet man im Jahre 1813 einen Hinweis auf das langestreckte eingeschossige Gebäude zwischen der Langstraße (heute Hauptstraße) und Adlerstraße als Gasthaus und Ladengeschäft auf der rechten Seite mit eigenem Eingang.
Die Schanklizenz wurde David Neuburger-Süß am 29.10.1813 erteilt.
Nach seinem Tod 1850 übernahm der Sohn Maier Neuburger und nach seiner Heirat am 15.10.1833 auch dessen Ehefrau Rebekka, geb. Ettlinger, die Restauration dann auch den Namen "Rebekka" gab. Es ist überliefert, dass im Volksmund zu dem kleinen Gasthaus "Rehbüchs" gesagt wurde.
Die amtliche Genehmigung durch das Großherzogliche Ministerium des Innern in Karlsruhe vom 29.10.1852 bezog sich auf "Bewirtung und Beherbung von Israeliten bis zum Ablauf der gegenwärtigen Periode". Die Genehmigung wurde für jeweils fünf Jahre erteilt.
Vom 20.7.1882 bis 1910 war die Weinstube im Besitz des Schwiegersohnes der Neuburgers, Jakob Maier.
Der Mahlbergwirt Emil Hornung übernahm das Haus, ließ es teilweise abreißen und ein zweistöckiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Während der Bauzeit verstarb Emil Hornung und Albert Zimmermann, Schuldirektor aus Freudenstadt, kaufte das neue Gasthaus Rößle.1929 war für die Gaststätte, für den Wirt Fritz Scherewsky und zehn Malscher ein bedeutendes Jahr und sollte bis heute für das Malscher Vereinsleben prägend sein. Die Malscher Große Karnevalsgesellschaft wurde unter dem ersten Präsidenten, Schlossermeister Emil Kühn, in Malsch war er "dä Maläschdä", gegründet.
Wenige Monate danach pachtete das Ehepaar Katharina (1899-1990) und Karl Gräßer – dä Männels-Karl – (1898-1986), die Gaststätte und bewohnten das 2. Obergeschoss.

zog die Tabakgroßhandlung Speck ein, die dann vom Sparkassenleiter Karl Schindler als Wohnung übernommen wurde als 1934 die Sparkasse Malsch das Gebäude kaufte. Der Sparkasse Malsch waren die vorherigen Geschäftsräume im Rathaus, die 1899 bezogen wurworden waren, nachdem der Raum in der Wohnung des ersten Rechners Karl Westermann in der Hauptstraße seit Gründung am 1.4.1891 nicht mehr ausreichte.
Das Gebäude wurde in nur drei Monaten renoviert und im Innern umgebaut. Im Keller wurde ein großer Tresorraum errichtet. Die Einweihung erfolgte am Sonntag, den 15.12.1935 in Anwesenheit von nationalsozialistichen Parteigrößen.

Nach dem Sparkassenneubau in der Adlerstraße im Jahre 1967 wurde in einer spannenden Versteigerung das Gebäude von Friedel Späth ersteigert.
Mehrere renommierte Malscher Geschäftsleute waren an dem Sparkassengebäude interessiert. "Späthefriedel" erhielt den Zuschlag und zog mit Ihrem Geschäft vom Gebäude von Oskar Knam in der Hauptstrasse 114, das sie erst 1952 bezogen hatte, in das neue Domizil am Waaghäusle.
1990 übergab Friedel Späth das Geschäft ihrer Tochter Christel Storz. Sie führte das Textil- und Kurzwarengeschäft bis ins Jahr 2000.
Die Verkaufsräume des Hauses sind der Textilbranche treu geblieben.
Nach dem Textildiscounter Keilbach hat NKD die Räume gemietet.